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Ornaris Blog

#WhoMadeMyClothes

Transparenz in der Mode ist gefragt wie nie: Kleider sollen nicht mehr billig sein, sondern fair produziert und lange tragbar.

 

«Slow Fashion» ist in aller Munde. Der Film «The True Cost – der Preis der Mode» von Regisseur Andrew Morgan führte 2015 schockierend die negativen Auswirkungen von «Fast Fashion» auf Mensch und Umwelt vor Augen.

«Fast Fashion» steht für wöchentlich neue Kleider in den Läden, anstelle von vier Kollektionen im Jahr – wodurch Hosen, T-Shirts und Schuhe immer mehr zu Wegwerfprodukten verkommen.

Mit dem erwachten Bewusstsein für Fairness und Nachhaltigkeit auch in der Mode, sind nun immer öfter hochwertige, haltbare und gute Kleider gefragt. Unter dem Hashtag «WhoMadeMyClothes» propagiert die internationale Bewegung «Fashion Revolution» Transparenz in der Textilindustrie.

Bild: FashionRevolution©

Deshalb sind lokale Labels, die ihre Kleider nicht nur in der Schweiz entwerfen, sondern auch hier oder im nahen Ausland produzieren, gefragt wie nie: Kunden wollen exklusive Outfits, die zu ihren Lieblingsstücken werden und ein Leben lang halten. Diesem Bedürfnis nach fairen und ökologischen Dingen trägt auch das neue ORNARIS-Label «ECO & FAIR» Rechnung, das an der Messe in Bern lanciert wird und nachhaltige Labels auszeichnet.

 

Buy less, but better

Wie solche ethische Mode aussehen kann, haben Studentinnen und Studenten der Schweizerischen Textilfachschule Ende März unter dem Motto «Urban Jungle» gezeigt: Aus Altkleidern haben sie neue Kollektionsteile gestaltet. Ihre Entwürfe zeigen Trends wie XXL-Steppjacken oder asymmetrisch geschnittene Hoodies, die an internationale Labels wie «Vetements», «Yeezy» oder «Gosha Rubchinskiy» erinnern. Teil der Kollektion waren aber auch Kleidungsstücke mit Makramee-Elementen, eine einst biedere Knüpftechnik, die ihr Comeback im Wohnzimmer und auf Laufstegen feiert. Diese von Hand geknüpften Textilien stehen für Langsamkeit und passen damit perfekt zur entschleunigten Mode.

Bild: RahelDurrer ©

Ein Material, das exemplarisch für die «Slow Fashion»-Bewegung steht, ist Piñatex.

Das lederähnliche Vlies ist vegan und wurde aus Abfällen gefertigt, die auf Ananasfarmen anfallen. Gerade hat Hugo Boss Sneakers aus dem Recyclingmaterial präsentiert, die eine Alternative zu dem oft umweltschädlich produzierten Leder darstellt.

 

Glamour statt Müll

Dass nachhaltige Mode auch glamourös und sexy sein kann, zeigt Kévin Germanier. Der Walliser ist ein neuer Shootingstar der Modeszene. Nach abgeschlossenem Modedesign-Studium in Genf und dem Londoner St. Martins College entwirft er seit letztem September als Junior Designer Accessoires für Louis Vuitton. Daneben hat er unter dem Label «Germanier» seine erste eigene Kollektion entworfen, die er Anfang Jahr an der «Fashion Week» in Paris präsentierte. Seine Kleider prägen kleinste Glasperlen, die dicht aneinander von Hand auf den Stoff genäht werden und farblich ineinander zu verlaufen scheinen.

Seine Kollektionen sind komplett aus Materialien gefertigt, die Germanier vor dem Mülleimer rettet. Die Glasperlen kauft er bei kleinen Händlern in Hongkong, die sie nicht mehr verkaufen können, weil das Sonnenlicht sie ausgebleicht hat. Der Designer verwendet zudem Textilien, die stellenweise fleckig sind und deshalb vermeintlich nicht mehr brauchbar. In seiner Arbeit spielt er virtuos mit diesen Material-Makeln, die seine Kleider zu Unikaten machen. Eine Ästhetik, die auch der isländischen Sängerin Björk gefällt: Im Booklet ihres neuesten Albums «Utopia» trägt sie einen Look von Kévin Germanier.

 

Text: Lilia Glanzmann