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Ornaris Blog

Nachhaltigkeit beginnt jetzt

Während drei Tagen erklärten Expertinnen und Experten im ORNARIS Forum, wie der Detailhandel und jede Einzelne nachhaltiger arbeiten kann – dabei wurde klar, dass dies durchaus in kleinen Schritten passieren darf.

Auch an der ORNARIS in Zürich hatten Besuchende und Ausstellende die Möglichkeit, sich bei interessanten Referaten und Talks zum Thema «Engagement statt Grünfärberei» zu inspirieren. Das Thema wurde dann auch rege am Networking-Apéro diskutiert, der zweimal im Anschluss an die Talks stattfand – und bei Teilen des Publikums folgen nun wohl auch Taten.

Tag 1 – Visionen vermitteln und handeln

Zum Auftakt der ORNARIS erläuterte Erich Geisser von Changemaker, dass die sich Verantwortung als Unternehmen gegenüber Mensch und Umwelt vor allem im eigenen Handeln definiert. Es mache keinen Sinn, sich als allwissende, schon fast religiöse Gutmenschen aufzuspielen. Vielmehr gehe es darum, Impulse und Visionen zu vermitteln. Um das eigene Handeln ging es im Referat von Pascale Amez. Die Bloggerin zeigte einfache Wege zum ökologischen Lebensstil aus der Sicht einer Konsumentin. Doris Abt und Isabela B. Gygax von der Initiative Fashion Revolution wiesen auf den hohen Ressourcenverbrauch, aber auch auf soziale Missstände bei der Kleiderproduktion hin. Nachhaltigkeit würde zu 80 Prozent durch das Design beeinflusst. Im anschliessenden Talk diskutierten alle Expertinnen gemeinsam, welche Verantwortung Konsumenten bezüglich Nachhaltigkeit im Detailhandel tragen. Fazit: Es braucht ein gelungenes Zusammenspiel. Als Konsumentin etwa ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen und zu wissen, woher die gekauften Produkte stammen. Und last but not least machen wir ein Kleidungsstück oder ein Objekt nachhaltig, indem wir es möglichst lange tragen oder brauchen.

Tag 2 – Glaubwürdigkeit und revolutionäre Geschäftsmodelle

Viel nachhaltiger geht es nicht mehr: Die Rohstoffe für die Got Bag-Produkte kommen nämlich aus den Weltmeeren. Fischer bringen Plastikabfall mit an Land. Dieser wird dann zu Garn und schlussendlich zu Rucksäcken und Taschen verarbeitet. Benjamin Mandos erläuterte zudem die Geschichte und Philosophie seines Unternehmens. Die Nachhaltigkeit als Unternehmensphilosophie der Migros präsentierte Anna Peters. Dabei zeigte sie, dass Verantwortungsbewusstsein und Glaubwürdigkeit als Grundwerte des Engagements stehen: Verpackung reduzieren, Rücknahmesysteme und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen sind nur ein paar von zwei Dutzend Themenfeldern, welche die Migros bearbeitet. Christian Meier schliesslich präsentierte den interessierten Besuchenden und Ausstellenden die Kreislaufwirtschaft. Ziel von dieser ist es, dass ein Produkt nach seiner Nutzung komplett wiederverwertet werden kann. Im selben Zusammenhang wurden auch revolutionäre Geschäftsmodelle vorgestellt, die etwa das Produkt nur noch zum Gebrauch an den Endkonsumenten abgeben, aber nicht mehr zum Besitz. In anschliessenden Talk diskutierten Christian Meier und Franziska Bründler von Fidea Design anhand solcher Geschäftsmodelle die Möglichkeiten und Chancen der Kreislaufwirtschaft für den Detailhandel.

Tag 3 – Pop-up und Fairness

Am dritten Tag berichtete Anna Schindler, wie der Detailhandel in der Stadtentwicklung Zürich angegangen wird. Diese Aktionen stehen im Rahmen von verschiedenen Thesen. So gibt es beispielsweite ein Pilotprojekt, das  Angebot/Standort-Matching für Pop-ups testet. Und zum Abschluss der Messe berichtete Philipp Scheidiger von Swiss Fair Trade vom Engagement von Städten und Gemeinden für nachhaltigen und sozialverträglichen Konsum und weshalb sich die Auszeichnung «Fair Trade Town» schon für kleine Dörfer lohnt.

Networking-Apéro: Austausch und Plattform

Am Sonntag und Montag fand im Anschluss an die lebendigen Talks jeweils ein Networking-Apéro statt. Diese Events stiessen auf grosses Echo. So tauschten sich an beiden Tagen in ungezwungenem Rahmen jeweils über einhundert Aussteller, Besucherinnen und Referenten aus. Dabei wurden auch erste Pläne geschmiedet, wie das Thema Nachhaltigkeit angegangen werden kann. 

 

Text: Daniel Beyeler

Fotos: David Biedert