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Ornaris Blog

Ob anders oder gleich – einfach machen

Das ORNARIS Forum stand unter dem Motto «Mach’ es anders». Die spannenden Referate und Talks zeigten eindrücklich, dass es ein Vorteil ist, aktiv zu sein.

Das Forum ist mittlerweile fester Bestandteil des Rahmenprogramms der ORNARIS. Nebst interessanten Referaten und angeregten Talks zu Themen des Detailhandels diente es dieses Jahr auch zweimal als Treffpunkt des Networking-Apéros, bei dem sich Besucher, Aussteller und Referenten ungezwungen austauschten.

Tag 1 – Wohntrends, Technologie und Shoppingmeilen

Welche Wohntrends geben heute und morgen den Ton an? Diese Frage beantwortete Claudia Furger mit «Neue Natürlichkeit», «Glamour & Art déco», «Raffinierte Eleganz», «Bohemian Chic» und «Nordische Coolness». Anhand von konkreten Beispielen präsentierte sie die fünf Styles und relativierte zum Schluss, dass die Trends selten stringent durchgezogen, sondern in den meisten Fällen als individueller «Mix & Match» eingesetzt werden. Felicitas Suter von Valora Retail erzählte von ersten Erfahrungen mit «AVEC X» und «AVEC BOX», deren Technologie mehr Convenience ermöglichen soll. Die ersten Eindrücke sind positiv. Spannend war allerdings die Erkenntnis, dass es auch in diesen Projekten Menschen vor Ort braucht. Zum Abschluss gab es einen Talk mit Kathrin von Arx von Manor und Sven Gubler von BernCity zur Herausforderung innerstädtischer Shoppingmeilen. In einer heissen, aber niemals hitzigen Diskussion schilderte Kathrin von Arx, dass Manor als neuer Player in Bern nicht mehr das ganze Sortiment bereitstellt, sondern den Spagat On- und Offline wagt: Kunden können jeden Artikel ins Geschäft bestellen lassen. Sven Gubler setzt auf den Dialog. Nur gemeinsam könnten die Händler und politischen Entscheider Lösungen finden, um die innenstädtischen Herausforderungen zu meistern.

Tag 2 – Warenhaus-Werte, Sound-Design und Szenografie im Detailhandel

Der zweite Tag startete mit dem Designer Damian Fopp, der den Zuhörerinnen und Zuhörern zeigte, wie seine Schaufensterdekoration entstehen. Spannend war, wie aus der Inspiration ein fertiges Produkt wird. Und interessant auch, dass selbst Schaufenster für ein exklusives Label wie Tasoni durchaus mal mit günstigen Materialien dekoriert werden. Daraufhin präsentierte Loeb-CEO Ronald Christen, wie sein Traditionshaus heutigen Herausforderungen begegnet. Loebs Lösung ist ein gut sortiertes Warenhaus mit Dienstleistungscharakter, das auch auf altbewährte Werte des frühen Warenhauses setzt: So gibt es wieder eine Mercerie, ein Nähkaffee, ein Schneideratelier und neu eine Lounge für wartende Männer. Und, so Christen: «Die schönsten öffentlichen Toiletten von Bern.» Sound-Experte Alexander Dal Farra zeigte, dass beim Einkaufen alle Sinne eine Rolle spielen und die richtige Musik passend zum Angebot, zum Erscheinungsbild oder zum Duft eines Geschäftes den Verkauf ankurbeln kann. Reto Ulrich vom Atelier Oï offenbarte schliesslich, wie das renommierte Designbüro arbeitet. Spannend dabei die Diversität der Kunden. Er lieferte die Erkenntnis, dass ein Projekt durchaus Instagram-Kult sein darf, aber auch langfristig funktionieren muss. Im anschliessenden Talk zum Thema «Szenografie im Detailhandel» wurde zum Teil kontrovers diskutiert. Reto Ulrich, Donata Paganini und Thomas Merlo waren sich zum Schluss aber einig, dass ähnlich wie in einem Theaterstück, das Produkt als Darsteller auf der passenden Bühne inszeniert werden muss.

Tag 3 – Instagram, Pop-Up und Handlettering

Social Media-Themen interessieren das Publikum. So fand auch das Referat von Pierina Bossert grossen Anklang. Sie erklärte, wie Instagram als Verkaufskanal funktioniert. Dr. Stefan Nertinger zeigte, dass es eine Art Angebot/Standort-Matching gibt: Nicht jedes Produkt verkauft sich am gleichen Ort gleich gut – manchmal könne ein prominenter Standplatz sogar ein Hindernis sein. Stefan Nertinger war sich beim anschliessenden Talk mit Arlette Schneider und Martina Unternaehrer einig, dass Pop-Up und Stationär gut zusammenspielen. Wichtig sei bei allen Formaten das Erlebnis. Und ein kleines Sortiment, das man gut kennt und somit gut verkaufen kann. Mathias Truniger setzte zum Ende des Tages mit seinem Einblick in die traditionelle Schriftenmalerei einen haptischen Schluss- und Höhepunkt.

Networking-Apéro: Austausch und Plattform

Sonntag und Montag fanden im Anschluss an die Talks jeweils Networking-Apéros statt. Diese neue Plattform stiess auf grosses Echo. So tauschten sich an beiden Tagen in ungezwungenem Rahmen jeweils über hundert Aussteller, Besucherinnen und Referenten aus, verhandelten neue  Geschäfte und Kooperationen.

Text: Daniel Beyeler

Bilder: David Biedert